Rundbrief 2 – 2014 „Nachbarschaft“

Liebe Leserinnen und Leser,
was wird mir von diesem Jahr 2014 in Erinnerung bleiben?

Der plötzliche Tod unseres Vorstandsvorsitzenden Georg Zinner. Wir werden ihn nicht vergessen und an ihn mit einem Sonderrundbrief im kommenden Jahr erinnern.

Die Inspire 2014-Tagung unseres internationalen Dachverbandes, dem IFS, in Vancouver und die beeindruckenden Begegnungen mit kanadischen first nations, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Nachbarschaftshäusern aus aller Welt. Vancouver, die städtebaulich dynamische Stadt. Vancouver, die Stadt mit erschütternd vielen Menschen, die ausgestoßen und obdachlos im Stadtbild unübersehbar sind. Besuche in Nachbarschaftshäusern, in denen Mehrsprachigkeit und Willkommensangebote für Zugewanderte die Regel darstellen.

Das Fest der Nachbarn, zu dem wir erstmals als Geschäftsstelle und in Kooperation mit Network/ Orientexpress (GskA) unsere Nachbarn zu einem kleinen Hoffest einluden: Die Wohngemeinschaft für Menschen mit Beeinträchtigungen, die Paritätische Akademie und den Copy-Shop in unserem Haus, den Zentralrat der Juden und das indische und thailändische Restaurant in unserer Nachbarschaft und viele andere Nachbarn.

Die Teilnahme einer kleinen Verbandsdelegation an der „Die behindert und verrückt feiern – Pride Parade 2014“ in Berlin mit ansteckender Lebensfreude und dem Elan, die Gesellschaft inklusiv und radikal umbauen zu wollen.

Unsere Jahrestagung „Stadtteilzentren – alle(s) inklusive?! Für vielfältige Kulturen und Empowerment in Nach- barschaften“ in Frankfurt/Main, die Menschen mit und ohne Behinder ung zusammenführte und auf der Stolpersteine auf dem Weg zur Inklusion und wie man sie über windet, herausgearbeitet wurden. Und auf der wir eine Beschreibung in Leichter Sprache darüber vorstellten, was ein Nachbarschaftshaus eigentlich ist.

Die Wahl unseres neuen Vorstandes, bei der eine gute Mischung aus erfahrenen und jüngeren Vorstands- mitgliedern, aus Berlin und aus dem Bundesgebiet, gelungen ist. Herzlichen Glückwunsch noch einmal an unseren Vorsitzenden Prof. Stephan Wagner, die stellvertretende Vorsitzende Renate Wilkening und an die weiter en Vorstandsmitglieder Elke Fenster, Daniela Mauch, Prof. Wolfgang Hinte und Markus Runge.

Mein Besuch in München, wo die Kommune 37 Nachbarschaftstreffs fördert und sich eine Menge über Nachbarschaftsarbeit in überschaubaren Nachbarschaften und die richtige Mischung in Wohnquartieren lernen lässt.

Die Flüchtlinge, die nach Deutschland und – von mir besonders erlebt – nach Berlin kommen, ihre Separierung, die Debatten über sog. Containerdörfer. Anknüpfend an die Wurzeln der Nachbarschaftsarbeit entwickelte unser Verband gemeinsam mit Wissenschaftler_innen Eckpunkte
für ein Konzept „Neue Nachbarn – neue Nachbarschaften. Gemeinsam leben in modularen Settlements.“ Außerdem entstand ein gemeinsamer Antrag „Wir sind Nachbarn – Willkommenskulturen stärken“ von Mittelhof e.V., Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V., Moabiter Ratschlag e.V., Stadtteilzentrum Pankow, Stadtteilzentrum Teutoburger Platz, Albatros gGmbH, Verband für sozial-kulturelle Arbeit in Kooperation mit dem Berliner Zentrum selbstbestimmtes Leben e.V. beim Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds. Möge der Fördergott uns gnädig sein, wir jedenfalls brauchen das zusätzliche Geld dringend für die Arbeit vor Ort.

Mit herzlichem Gruß
Birgit Monteiro, Geschäftsführerin

Themen in dieser Ausgabe:
1. Quer gedacht
2. Da wächst etwas. Neue Theorien für die Praxis
3. Nachbarschaft international
4. Gehobene Schätze & Nachbarschaftsgeschichte(n)
5. Hier bewegt sich was. Erfahrungsberichte aus der Praxis
6. Dies und das. Nachrichten und Meldungen