2017 – Netze nutzen! im sozialen und im digitalen Raum

Jahrestagung Stadtteilarbeit: „Netze nutzen! im sozialen und im digitalen Raum“

Starke Netzwerke und nachhaltige Kooperationen sind Grundlage einer erfolgreichen, sozialraumorientierten Arbeit von sozialen Organisationen. Aktive in Nachbarschaftshäusern knüpfen Netze zwischen Bewohner*innen, Gruppen im Stadtteil und Organisationen, sie ermöglichen Kooperationen und bringen Partner*innen zusammen – im sozialen und im digitalen Raum.

Die Gesellschaft wird zunehmend komplexer und einzelgängerisches Verhalten erweist sich als schwierig. Mit geeigneten Strukturen sollen die Zusammenarbeit verschiedener Akteurs- und Interessensgruppen ermöglicht und gefördert werden. Netzwerke sind hierfür ein wichtiges Instrument.

Die digitalen Netze ermöglichen Begegnung, ohne sich zu treffen, sie schaffen neue Kommunikationsformen und verändern Diskurse. Digitale Kommunikation und Technik findet auch in der Stadtteilarbeit statt, denn nicht nur Nachbarn nutzen sie.

Die Jahrestagung Stadtteilarbeit diskutiert Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung und der sozialen Vernetzung für die soziale Arbeit im Gemeinwesen. Anhand von Guten Beispielen und fachlichen Impulsen wollen wir zum gesellschaftlichen „Megatrend“ Digitalisierung ins Gespräch kommen und gelungen Ansätze und Entwicklungen kennenlernen. Daneben besteht viel Raum für kollegialen Austausch und Vernetzung.

Diskutieren Sie mit und erleben Sie gute Beispiele auf der Jahrestagung Stadtteilarbeit 2017 in München.

Programm

Planungsstand: August 2017

Mittwoch, 18. Oktober 2017

// Mitgliederversammlung des VskA //

14:00 Uhr: Mitgliederversammlung des VskA

Thema: „VskA als Netzwerk zum Wissenstransfer“
außerdem: Nachwahlen, Satzungsänderung, Jahresabschluss

18:00 – 22:00 Uhr: Ein Abend zum Netzwerken

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Moderation: Markus Runge, VskA, und Anja Huber, Stadt München

// Beginn //

7:30 Uhr: freiwilliger Morgenlauf vom Hotel aus
(Super 8 Munich City North, Am Nordring 4)

9:00 Uhr: Registrierung  der Teilnehmer*innen und „WarmUp“

9:30 Uhr: Begrüßung und Einführung

9:40 Uhr: Grußwort durch Rudolf Stummvoll, Leiter des Amtes für Wohnen und Migration, Stadt München

// Impulse//

10:00 – 10:45 Uhr: Vortrag: Digitale Kommunikation und analoge Beziehungen
Hendrik Epe, Projektmanager und Forschungskoordinator an der Kath. Hochschule Freiburg, Blogger und Sozialarbeiter

10:45 – 11.30 Uhr: Vortrag: Vernetzung von Nachbarschaftsarbeit im urbanen Großraum am Beispiel der Stadt München
N.N., München

11:30 Uhr: „Expertenselbsthilfepool“ social media

12:00 – 13:00 Uhr: Mittagspause

// Projektbesuche //

13:00 – 16:00 Uhr: Münchner Nachbarschaftstreffs öffnen ihre Türen und werden vor Ort besucht:

  1. NachbarschaftsBörse am Ackermannbogen
  2. Alte Heimat Treff
  3. Nachbarschaftstreff Blumenau
  4. Nachbarschaftstreff Domagkpark
  5. Nachbarschaftstreff Ingolstädter Str. 93, Milbertshofen / Am Hart
  6. Nachbarschaftstreff Maikäfertreff, Berg am Laim
  7. Nachbarschaftstreff Oslostraße, GaleriaTreff und „Heinrich trifft Böll“, Riem/Messestadt
  8. Nachbarschaftstreff Trudering

 

// Workshops //

16:00 – 18:00 Uhr parallele Workshops

WS 1 a – Nachbarschaftsnetze // Netzwerke für gute Nachbarschaft im ländlichen Raum

Lebendige Netzwerke tragen zur Lebensqualität im Dorf und zu lebenswerten, vielfältigen Nachbarschaften bei. Die Formen, in denen Netzwerke organisiert sind, sind vielfältig. Eine Form den Netzwerken Dauer und Verbindlichkeit zu geben, ist die Bürgergenossenschaft. In diesem Workshop wird ein Beispiel einer Bürgergenossenschaft aus dem ländlichen Raum vorgestellt, ihre Funktionen, Arbeitsweise und Herausforderungen vorgestellt.

  • N.N.

WS 2 – Aktivierende Netze // aufsuchende Gemeinwesenarbeit

Gemeinwesenarbeit findet in der Lebenswelt der Bewohner*innen in ihrem Quartier statt. Aufsuchende Arbeit, in der Menschen gefragt werden, was sie wollen und die sie unterstützt das umzusetzen, ist dabei eine zentrale Methode. Wie aufsuchende Gemeinwesenarbeit dazu beitragen kann, Menschen zu aktivieren, so dass sie sich für ihre Gemeinschaft an ihrem Wohnort engagieren, zeigen die Beispiele in diesem Workshop.

WS 3 – Begegnungsnetze // Netzwerke zwischen Generationen und Millieus

Die Anfänge der sozial-kulturellen Arbeit reichen weit zurück und von Anfang an war eine zentrale Motivation unterschiedliche Menschen und Millieus miteinander in Begegnung zu bringen, um voneinander zu lernen: 1884 wurde in London Toynbee-Hall gegründet, 1889 Hull House in Chicago. Beide gelten als die bekanntesten, frühen Settlements. Grundgedanke der „Settlers“ bei der Errichtung dieser Orte war der Wunsch von sozial bewussten Akademiker*innen, mitten unter den Armen zu leben, und mit ihnen zusammen deren Leben zu verbessern.

Welche Bedeutung hat diese Motivation heute noch? Gelingt es in der Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit Begegnung zwischen Generationen und Millieus herzustellen und entsteht darauf Neues? Oder bleibt es beim Nebeneinanderher im gleichen Haus?

WS 4 – Nachbarschaft im Internet // NachbarschaftsApps

Im digitalen Raum entstehen communities rund um Interessen und Freizeitaktivitäten von Nutzer*innen. Was passiert hier im digitalen und hat soziale Arbeit / Gemeinwesenarbeit hier eine Aufgabe und wie können die digitalen Gemeinschaften zu realen Begegnungen führen?

Findet Nachbarschaft auch in sozialen Netzen statt? Facebook, Xing, Instagram, nebenan.de und wie sie alle heißen schaffen digitalen Gemeinschaften, außerdem werden gezielt Anwendungen entwickelt, die Nachbarschaften am Wohnort stärken sollen. Wer wird erreicht? Und wer wird ausgeschlossen?

WS 5 – Digitale Sozialarbeit // soziale Arbeit im Internet

Welche Chancen, Risiken und Perspektiven hat Sozialarbeit im virtuellen Raum? Es gibt eine Vielzahl von Projekten, die mit digitalen Methoden arbeiten – sei es Beratung per Internetchat oder Sozialraumerkundung mit digitalen Tools. Im Workshop werden Erfahrungen aus der Arbeit mit Geflüchteten vorgestellt und es Raum geben, um über Perspektiven, Rollen und Aufgaben von „online – Sozialarbeiter*innen“ zu diskutieren.

  • Gökcen Demiragli, Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V., Berlin
  • Thomas Mampel, Stadtteilzentrum Steglitz e.V., Berlin

WS 6 – Innovation im Netzwerk // Organisationsentwicklung

Digitale Kommunikation und Technik verändern Organisationen. Kreativität und Offenheit für Innovationen erleichtert wirtschaftlichen Erfolg. BigData ermöglicht neue Zugänge zu Zielgruppen und Fachdiskussionen werden digital bei facebook und co geführt. Fragen nach Nachhaltigkeit und Wirkungstransparenz sind Alltag. Doch wie finden sich diese Entwicklungen in der alltäglichen Arbeit vor Ort im Nachbarschaftshaus  wieder? Wir können Gemeinwesenarbeiter*innen die Möglichkeiten nutzen und wie bleiben Nachbarschaftsorganisationen innovativ?

WS 7 – digitale Kommunikation // Teilhabe in und durch social networks

Einführung in die Funktionen und Wirkungsweisen von facebook und co und Diskussion der Nutzungsmöglichkeiten für Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit: Wie nutzen wir Social Media? Was funktioniert? Wo sind die Risiken?

Der Workshop teilt sich in eine theoretische Einführung und in die Vorstellung von Praxisbeispielen, in denen digitale Medien neue Zugänge und Teilhabemöglichkeiten für Menschen geschaffen haben, die sonst oft ausgeschlossen sind.

WS 8  – Stadtteilspaziergang durch Milbertshofen

Während eines Spazierganges durch Milbertshofen wird Helmut Gmeinwieser, Mitarbeiter des Vereins Stadtteilarbeit, Fragen nach Geschichte und Entwicklung, sozialer und stadtplanerischer/baulicher Struktur beantworten, zu den Wirkungen des Quartiersmanagements und den Entwicklungen nach dem Auslaufen desselben berichten und die Netzwerke und Angebote des Stadtteilverein vorstellen.

// Abendprogramm //

18:00 – 21:00 Uhr: Kultur zum Netzwerken mit Abendimbiss

 

Freitag, 20. Oktober 2017

8:30 Uhr Ankommen der Teilnehmer*innen

// Workshops //

9:00 – 11:00 Uhr: Wiederholung der Workshops (WS 1 – WS 8)

WS 1 b –  Nachbarschaftsnetze // Netzwerke für gute Nachbarschaft im ländlichen Raum

In Netzwerken von Bewohner*innen, Communities, Organisationen und Initiativen werden Entwicklungen in Nachbarschaften und Kiezen besprochen und gemeinsame Aktivitäten organisiert. Lebendige Netzwerke tragen zur Lebensqualität im Kiez und zu lebenswerten, vielfältigen Nachbarschaften bei. Ihre Möglichkeiten und Themen sind breit – häufige Themen sind Stadtentwicklung und Nachbarschaftshilfen. In diesem Workshop werden Beispiele für gelungene Netzwerke in der Nachbarschaft, ihre Funktionen und Herausforderungen vorgestellt.

  • Andrea Brandt und Markus Runge, Bürgergenossenschaft Südstern, Berlin-Kreuzberg

WS 2 b – Aktivierende Netze // aufsuchende Gemeinwesenarbeit

Gemeinwesenarbeit findet in der Lebenswelt der Bewohner*innen in ihrem Quartier statt. Aufsuchende Arbeit, in der Menschen gefragt werden, was sie wollen und die sie unterstützt das umzusetzen, ist dabei eine zentrale Methode. Wie aufsuchende Gemeinwesenarbeit dazu beitragen kann, Menschen zu aktivieren, so dass sie sich für ihre Gemeinschaft an ihrem Wohnort engagieren, zeigen die Beispiele in diesem Workshop.

  • N.N., Forum für Community Organizing e.V.
  • Tom Liebelt, Gemeinwesenverein Heerstraße Nord e.V., Berlin

WS 3 – Begegnungsnetze // Netzwerke zwischen Generationen und Millieus

wie am Vortag

WS 4 – Nachbarschaft im Internet // NachbarschaftsApps

wie am Vortag

WS 5 – Digitale Sozialarbeit // soziale Arbeit im Internet

wie am Vortag

WS 6 – Innovation im Netzwerk // Organisationsentwicklung

wie am Vortag

WS 7 – digitale Kommunikation // Teilhabe in und durch social networks

wie am Vortag

WS 8 – Stadtteilspaziergang durch Milbertshofen

wie am Vortag

// Impuls 3 //

11:30 – 12:15 Uhr: Vortrag: Vernetzt leben! Zukunft der Nachbarschaft?! Postmoderne Nachbarschaften

Dr. phil. Patrick Oehler, Hochschule für Soziale Arbeit Basel

// Abschluss und Ausblick //

12:15 Uhr: Abschlussdiskussion und Ausblick

13:00 Uhr: Mittagsimbiss

14:00 Uhr: Ende der Jahrestagung

Teilnahmegebühr

für VskA-Mitglieder und Mitarbeiter*innen der Münchner Nachbarschaftstreffs

120 € – bei Anmeldung bis zum 06. Oktober 2017

für alle anderen

160 € – bei Anmeldung bis zum 06. Oktober 2017

Mitwirkende

Wir danken für die Förderung der Stadt München und für die Mitorganisation der Tagung durch den Bereich Quartiersbezogenen Bewohnerarbeit in München.

Die Jahrestagung wird außerdem gefördert durch das Kuratorium Deutsche Altershilfe.