2019 – Jahrestagung Stadtteilarbeit: Vielfalt verbindet – Vielfalt verbinden! Nachbarschaftsarbeit stärkt Demokratie & Respekt.

Vielfalt verbindet – Vielfalt verbinden!
Nachbarschaftsarbeit stärkt Demokratie & Respekt.

Einmal im lädt der VskA zur Jahrestagung Stadtteilarbeit an wechselnden Orte in Deutschland ein. Bis zu 130 Aktive aus der Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit diskutieren über aktuelle Themen und entwickeln  neue Ideen und Impulse für die alltägliche Nachbarschaftsarbeit.

Durch die Stärkung von Toleranz und demokratischem Handeln sowie der Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen gibt Nachbarschaftsarbeit wichtige Impulse undemokratischen, intoleranten und fremdenfeindlichen Positionen entgegenzutreten. Nachbarschaftsarbeit ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig und bezieht dennoch klar Position.

Wie gelingt es, die vielfältigen Interessen und Zielgruppen in einer Nachbarschaft miteinander in Verbindungen zu bringen? Wie können Nachbarschaftshäuser sich klar gegen rassistische und intolerante Positionen und Bewegungen einsetzen ohne ausschließend zu sein? Diese und andere Fragen werden wir in Workshops, Vorträgen und Projektbesuchen diskutieren, Best-Practise erkunden und fachliche Inspirationen erhalten.

Termin

Donnerstag, 12. September, 9:00 Uhr bis Freitag, 13. September 2019, 13:00 Uhr

Die Mitgliederversammlung des VskA findet am Tag vorher Mittwoch, 11. September ab 16 Uhr statt. Um 12:30 Uhr sind die Vorstände der Landesverbände zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen.

Teilnahmegebühren

120 € für Mitgliedsorganisationen im VskA

170 € für Nicht-Mitglieder

Anmeldung

online-Formular

Programm

Donnerstag, 12. September | TAG 1

8:45   Ankommen der Teilnehmer*innen
9:15    Begrüßung & Einführung
9:45   Grußworte
10:00 Impuls 1 // Vortrag: Kai Unzicker, Bertelsmann Stiftung: „Zusammenhalt, Stadt und Kultur“
10:45 Impuls 2 // Vortrag: Prof. Günter Rausch: „Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus im Quartier – Chancen und Grenzen der GWA“

11:15  Gesprächsrunden

12:00 – 13:30 Mittagspause

13:30 – 15:00 Projektbesuche in  Nachbarschaftsprojekten in Gütersloh
15:30 – 18:30 parallele Workshops
18:30 – 21:00 Kultur zum Netzwerken mit Abendimbiss

Freitag, 13. September 2018 | TAG 2

9:00 – 11:00 parallele Workshops (Wiederholung)
11:30  Impuls 3 // Vortrag und Tagungsbeobachtung, Thomas Mampel, Vorsitzender VskA
12:00  Grußwort: Christina Kampmann, MdL
12:15 Abschluss und Ausblick
13:00 Mittagsimbiss
14:00 Ende der Jahrestagung

Beschreibung der Workshops

WS 1 Vielfalt ohne Alternative
Im Workshop werden wir über Erfahrungen mit menschenfeindlichen Erlebnissen und Strukturen sprechen und Maßnahmen, die Vielfalt stärken kennen lernen und diskutieren. Vorgestellt wird das Projekt „Beratung gegen Rechts“ des Paritätischen Gesamtverband, das Initiativen und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege und ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die sich zunehmend Anfeindungen seitens rechter und rechtsextremer Akteure ausgesetzt sehen, stärkt und vernetzt. Mittels bedarfsorientierter Beratungs- und Bildungsangebote werden konkrete Unterstützung wie präventive Maßnahmen zur aktivierenden Selbsthilfe angeboten.
Referent: Christian Weßling, Deutscher Paritätische Wohlfahrtsverband

WS 2 Sozialer Zusammenhalt in vielfältigen Quartieren: Was kann Nachbarschaftsarbeit leisten?
Der gesellschaftliche Zusammenhalt im Quartier wird nicht nur durch die soziale Zusammensetzung seiner Bewohner*innen bestimmt, sondern auch durch spezifische Infrastrukturangebote, die einen Beitrag zur Integration und Partizipation im Sozialraum leisten. Nachbarschaftsarbeit spielt dabei eine wesentliche Rolle. Aufbauend auf den Ergebnissen eines „Lost-Letter-Experiments“ in den Städten Münster und Wuppertal sollen im Workshop die sozialräumlichen Bedingungen sozialen Zusammenhalts analysiert werden, um daran anschließend die Herausforderungen für den sozialen Zusammenhalt und die Nachbarschaftsarbeit in vielfältigen Quartieren zu diskutieren. Der Workshop ist Teil des Forschungsprojekts „Resilienz durch sozialen Zusammenhalt – die Rolle von Organisationen (ResOrt)“.
Referenten: Dr. Tim Lukas und Bo Tackenberg, Bergische Universität Wuppertal

WS 3 Demokratie, Gemeinwesenarbeit und professionelle Haltung
Professionelle Gemeinwesenarbeit stellt sich klar allen Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegen. Doch welche Haltung und welches Wissen braucht es, um das gelingend zu tun? Im Workshop wird ein Entwurf einer Positionierung der BAG Gemeinwesenarbeit und Soziale Stadtentwicklung hierzu vorgestellt und diskutiert. Die Grundthese ist dabei folgende: „Professionelle Gemeinwesenarbeiter*innen haben Wissen um aufsuchende und aktivierende Methoden genauso wie um die Schaffung von Begegnungsräumen, in denen Vertrauen und Beziehungen aufgebaut werden können und das soziale Miteinander gestärkt wird. […] Dazu gehört Sensibilität in der Art und Weise der Gestaltung von Versammlungen, Nutzung von leichter Sprache, Angebot von Kinderbetreuung, flexibel gestaltete Zeiten für Treffen. Professionelle GWAler*innen können die unterschiedlichen Vorerfahrungen mit dem Formulieren von Bedürfnissen und Interessen und mit der Artikulation  der Bewohner*innen umgehen und gezielt die Menschen ermutigen und fördern, deren Sichtweisen durchsetzungsschwächer sind. Dabei steht GWA reflektiert parteilich an der Seite der durchsetzungsschwächeren Interessen und Personen und trägt damit zur Gestaltung von lebendigen, von Vielfältigkeit geprägten demokratischen Aushandlungsprozessen bei.“
Referentin: Prof. Milena Riedel, Vorstand BAG GWA und Soziale Stadtentwicklung

WS 4 Kreativ für Demokratie
Mit Kunst die Welt verändern, sich für Demokratie, Freiheit und Vielfalt einsetzen – geht das? JA, sagen wir. Denn Kunst denkt mehrdimensional, denkt quer, denkt freier und kann damit Anstöße geben, Wege aufzeigen, Zeichen setzen oder auch mal den Finger in die Wunde legen.
Referentin: Jeannette Hagen

WS 5 Partizipation und Beteiligung in Nachbarschaft und Kommune

Im Projekt „KoKoDe – Wir und ich im Stadtteil“ Partizipation von Kindern und Jugendlichen“ wird Jugendlichen nicht nur demokratische Beteiligung an ihren pädagogischen Orten zu eröffnen, sondern ihnen auch zu ermöglichen, als berechtigte Mitglieder in der politischen Öffentlichkeit der Kommune mitzuhandeln und mit zu entscheiden und so die kommunale Demokratie mitzugestalten. Im Workshop wird das Projekt vorgestellt und diskutiert, wie Bewohner*innen der ‚Nachbarschaften‘ aktiv an der demokratischen Mitentscheidung und -gestaltung ihres Stadtteils und seiner Institutionen teilnehmen können.

Referent: Thomas Glaw, Nachbarschaftsheim Schöneberg

WS 6 Vielfalt verbinden – aber wie?

In vielen Teilen in Deutschland bedeutet Nachbarschaft heutzutage vor allem räumliche Nähe zu jemandem und nicht mehr als ein „hallo“ auf dem Flur, Hof oder Vorgarten. In der Entstehungszeit des Wortes Nachbar wurden Beziehungen zwischen Nachbar*innen naturgegeben vor allem durch die Kooperation für die Bewirtung von Feldern und Höfen erreicht. Heute sind Nachbarschaften und die Lebensformen und -abläufe deutlich komplexer geworden und es braucht aktive und individuelle Anstrengungen, um gesellschaftliche Aufgaben wie Inklusion und mehr bewältigen zu können. Aber man muss das Rad nicht ständig neu erfinden, deshalb werden wir uns in diesem Workshop über Methoden der Nachbarschaftsarbeit austauschen und gemeinsam reflektieren, mit welchen Ansätzen und Methoden wir vielfältige Menschen erreichen, von ihnen erfahren können, was sie bewegt, wie es davon ausgehend zu Austausch und gemeinsamem Handeln bzw. ackern kommen kann und wie wir diesen Austausch begleiten können.

Referentinnen: Katharina Kühnel, Nachbarschaftsheim Neukölln e.V. und Hille Richers, Sozdia Berlin

WS 7 Stadtteilspaziergang
Referent*innen: N.N., Weberei Gütersloh