2021 – Jahrestagung Nachbarschaftsarbeit „Veränderung gestalten“

Nachbarschaftsarbeit ermöglicht Debatten und Diskurse, wirkt mit an der Gestaltung des öffentlichen Raums und aktiviert Menschen, ihre Themen zu setzen, Veränderung anzustoßen und ihr eigenes Umfeld zu gestalten. In Nachbarschaftshäusern sind die hierfür notwendigen Ressourcen, Kontakte, Wissen, Methoden und Räume vorhanden.

In Nachbarschaftshäusern entsteht Gemeinschaft und ein Zugehörigkeitsgefühl auch über die eigene soziale Gruppe hinweg, generationen-, kultur- und milieuübergreifend. Demokratisches Zusammenleben braucht Zugehörigkeit, denn nur wenn sich Einzelne zu einer Gesellschaft zugehörig fühlen, dann interessieren sie sich auch für sie, fühlen sich verantwortlich, wollen mitgestalten.

Auf der Jahrestagung Nachbarschaftsarbeit werden wir in diesem Jahr über die gesellschaftlichen Veränderungen sprechen, die Nachbarschaftsarbeit ermöglicht und anstößt. Haltungen, Ansätze und Methoden reflektieren und neue Impulse und Wissen auch zu ganz konkreten gesellschaftspolitischen Themenfeldern erwerben.

Und wir werden gemeinsam feiern. Der VskA // Fachverband für Nachbarschaftsarbeit besteht 2021 seit 70 Jahren. 70 Jahre in denen Nachbarschaftsarbeit ganz innovativ im Kern sich gleich geblieben ist und in denen sich aktive Träger über ihre eigenen Einrichtung hinaus im VskA vernetzt, qualifiziert und gegenseitig gestärkt haben.

Termin

Donnerstag, 16. September 2021 um 9:30 Uhr bis Freitag, 17. September um 13:30 Uhr

Die Mitgliederversammlung des VskA findet am Tag vorher, Mittwoch, 15. September ab 16 Uhr ebenfalls statt.

Teilnahmegebühren

Zur Kostendeckung erheben wir Teilnahmegebühren

für die Teilnahme in Präsenz in Höhe von

  • 130 € für VskA Mitglieder (regulär)
  • 180 € für Nicht-Mitglieder
  • 80 € ermäßigt (nach Selbsteinschätzung)

und für die online Teilnahme

  • 50 €  regulär
  • 30 €  ermäßigt (nach Selbsteinschätzung).

Programm

Tag 0 – Mittwoch, 15. September

16 Uhr – Mitgliederversammlung

19 Uhr – KneipenAbend

Tag 1 – Donnerstag, 16. September 9:30 – 21 Uhr

9:30 Uhr – Begrüßung

10:00 Uhr – Vorträge und Praxiseinblicke (in Präsenz und online gestreamt)

13:30 Uhr – Projektbesuche (einige online und andere vor Ort)

16 – 18 Uhr – parallele Workshops (in Präsenz)

18:30 Uhr – Jubiliäumsfeier 70 Jahre VskA (in Präsenz)

Tag 2 – Freitag, 17. September 9:30 – 13 Uhr

9:30 – 11:30 Uhr – Wiederholung der Workshops (einige online und die anderen in Präsenz)

12:00 Uhr –  Impuls und Abschlussgespräch (in Präsenz und online gestreamt)

13:30 Uhr – Ende der Tagung

 

geplante Workshops

Wir freuen uns über weiter Vorschläge und Anregungen für Workshops (in Präsenz oder digital) zum Rahmenthema der Tagung, auch wenn sie im Folgenden nicht aufgeführt sind.

gesellschaftspolitische Leistungen von Nachbarschaftsarbeit

in der Corona-Pandemie

Gerade zu Beginn der Corona-Pandemie kam Nachbarschaft verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit: Auf einmal waren alle, und nicht mehr nur Senior:innen und Mütter und Väter, die Kinder betreuen, auf den Nahraum zurückgeworfen, auf die „Pantoffelentfernung“ wie es in der Sozialen Arbeit oft heißt. Vieles in Nachbarschaften läuft selbstorganisiert und braucht keine professionelle Begleitung oder Unterstützung. Auch zu Corona-Zeiten, im ersten LockDown und danach zeigte sich das. Viele Nachbarschaften und private Netze funktionierten, boten Gemeinschaft und Hilfe, wo von Nöten. An vielen Stellen und für viele Menschen braucht es aber mehr als das. Soziales, kulturelles und zivilgesellschaftliches Engagement ist kein Nice-To-Have, sondern unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für demokratisches Zusammenleben und um soziale Notlagen und soziale Isolation zu verhindern oder zu lindern. Und das ist die Domäne der Nachbarschaftsarbeit.

In diesem Workshop wollen wir die gesellschaftspolitischen Leistungen reflektieren, die Nachbarschaftsarbeit während der Pandemie erbracht hat und überlegen welche Folgen sich daraus für uns ergeben.

für den sozialen Zusammenhalt

Die Sozialarbeiter:innen in den Nachbarschaftshäusern stellen eine Infrastruktur zur Verfügung, die sowohl Hilfe bei existentiellen Notlagen ermöglicht als auch das alltägliches Zusammensein, Begegnung jenseits von Familien, Beruf und Freundeskreis. Begegnung und Engagement sind grundlegend für demokratisches Zusammenleben, Mit einander reden, diskutieren und Kompromisse finden setzt voraus, Menschen in Lebenssituationen zu kennen und mit ihnen zu sprechen. Nachbarschaftsarbeit ermöglicht, die Erfahrungen anderer zu hören und die eigenen zu erzählen.

In diesem Workshop wollen wir gute Beispiele für Begegnungsarbeit austauschen und darüber sprechen, welche gesellschaftspolitischen Veränderungen dadurch angestoßen werden konnten.

politisches Mandat von Nachbarschaftshäusern

Wo und wie können und dürfen Nachbarschaftshäuser Einfluss nehmen auf politische Prozesse?

gesellschaftspolitische Handlungsfelder von Nachbarschaftsarbeit

Es sind Workshops zu den Themen Gemeinwesenökonomie, Rechtsextremismus, Demokratie und Internationale Menschenrechtsarbeit angedacht.

Wirkung von Nachbarschaftsarbeit darstellen

Wie kann der Beitrag von Nachbarschaftsarbeit zu Veränderungen im Stadtteil reflektiert, dargestellt und gut kommuniziert werden?

Einflussnehmen auf Rahmenbedingungen der Arbeit

Die Rahmenbedingungen von Nachbarschaftsarbeit bestimmen ihre Ausrichtung und Schwerpunktsetzungen mit. Das Aushandeln zwischen Bedarfen im Stadtteil und Vorstellungen von Zuwendungsgebern gehört zum Alltag der Nachbarschaftsarbeit. Gleichzeitig sind die Finanzierungsgrundlagen oft präkär, meist nicht langfristig gesichert und immer wieder wird für sehr wenige Ressourceneinsatz sehr viel ermöglicht, bzw. die Waage zwischen philantrophischer Selbstausbautung und gerechter Bezahlung neigt sich zu ersterem.

In dem Workshop wollen wir diskutieren, wie wir auf diese Rahmenbedingungen Einfluss nehmen können und wie eine Finanzierungsstruktur der Nachbarschaftsarbeit aussehen kann, die finanzielle Stabilität und fachliche Unabhängigkeit ermöglicht.