Fortbildung für Mitarbeitende aus Berliner Stadtteilzentren
Eine Fortbildung in Kooperation zwischen dem VskA Berlin und Prof. Dr. Sabine Stövesand, StoP e.V.

Was ist StoP?
StoP ist ein sozialraumbezogenes Handlungsmodell zur Prävention und Intervention bei häuslicher Gewalt. Aktuell arbeiten über 60 Projekte in unterschiedlichen Städten in Deutschland und Österreich (z.B. Hamburg, Wien, Dresden, Salzburg, Glinde, Braunschweig, Freiburg, Berlin, Dornbirn) nach diesem Konzept, weitere sind im Aufbau.
Der StoP-Ansatz kombiniert erstmalig theoretisches und praktisches Wissen aus den Bereichen Gemeinwesenarbeit und der Arbeit gegen Gewalt an Frauen* (alle, die als Frauen, ob selbst- oder fremd-identifiziert, Gewalt erfahren). Er bewegt sich inhaltlich und methodisch im Schnittfeld von emanzipatorischer, gewaltpräventiver Arbeit, Förderung von Zivilcourage und Empowerment, Gruppen-, Netzwerk und Nachbarschaftsarbeit.
Zum Hintergrund
Gewalt gegen Frauen* ist ein alltägliches gesellschaftliches Problem: Jede vierte Frau* erlebt Gewalt in der Partnerschaft, nahezu jeden zweiten Tag wird in Deutschland eine Frau infolge dieser Gewalt getötet. Diese Gewalt ist keine „Frauenfrage“, sondern betrifft die gesamte Gesellschaft. Sie verletzt Grund- und Menschenrechte und hat gravierende Folgen für Leben, Gesundheit, wirtschaftliche Existenz sowie familiäre und soziale Beziehungen.
Viele Betroffene sprechen nicht über ihre Erfahrungen oder finden keinen Zugang zum Hilfesystem. Häufig ist es jedoch das soziale Umfeld – Freundinnen, Nachbarinnen, Kolleg*innen oder Fachkräfte der Sozialen Arbeit –, das Anzeichen wahrnimmt, sich aber unsicher fühlt, ob und wie es handeln kann. Gesellschaftliche Normen, Überforderung und Angst tragen wesentlich zu diesem Zögern bei. Studien zeigen jedoch, dass eine sensibilisierte und handlungsfähige Nachbarschaft Gewalt reduzieren und im Ernstfall Leben retten kann. Sie ist ein zentraler Ansatzpunkt für die Förderung gleichberechtigter und gewaltfreier Geschlechterverhältnisse.
Hier setzt das StoP-Konzept an.
Das achtstufige Handlungsmodell vermittelt praxisnahe Strategien zur lokalen Öffentlichkeitsarbeit, zur Aktivierung zivilgesellschaftlichen Engagements sowie zum Aufbau tragfähiger sozialer Netzwerke im Sozialraum. StoP leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung bislang vernachlässigter Vorgaben der Istanbul-Konvention. Die fachliche Grundlage bildet die Gemeinwesenarbeit als sozialraumorientierter, partizipativer Ansatz der Sozialen Arbeit.
In der Fortbildung lernen die Teilnehmenden, wie das Engagement und Handlungswissen lokaler Akteurinnen – etwa Multiplikatorinnen, Nachbar*innen und Betroffener – gestärkt, qualifiziert und nachhaltig in Präventions- und Interventionsstrukturen eingebunden werden können.
Die Fortbildung
16 Kolleg:innen aus ganz Berlin beginnen im Mai 2026 die Fortbildung und durchlaufen die vier Module bis Februar 2027.
Weitere Informationen zum StoP-Konzept – „Stadtteile ohne Partnergewalt“ unter dem folgenden Link (öffnet in einem neuen Fenster):

